Schwerpunkte

Säuglinge und Kleinkinder, Graphomotorik/Händigkeit und Sensorische Integrationstherapie

Säuglinge und Kleinkinder

Entwicklungsstörung

  • Jedes Kind soll und darf sich in seinem eigenen Tempo entwickeln, jedoch gibt es laut den "Grenzsteinen nach Michaelis" Altersgrenzen, bis zu denen ein Kind bestimmte Entwicklungsschritte erreicht haben sollte
  • Gibt es hier Abweichungen, ist eine fachliche Abklärung dringend zu empfehlen, damit eine Einschätzung über eine therapiebedürftige Entwicklungsstörung vorliegt, z.B.:
    • Motorik (Bewegungen wirken tollpatschig, seltsam)
    • Spiel (Kind zeigt über längeren Zeitraum kein/eingeschränktes Interesse für altersentsprechende Angebote)
    • Verhalten (Kinder zeigen übermäßig viel oder keine Emotionen)
    • Kommunikation (Blickkontakt wird nicht aufgenommen/lautieren oder sprechen ist nicht altersgemäß)

Kommt Ihnen etwas der oben genannten Beschreibungen bekannt vor? Dann sprechen Sie bitte Ihren Kinderarzt darauf an. Dieser wird Sie beraten und eine etwaige Entwicklungsstörung ausschließen oder bestätigen.

 


Graphomotorik und Händigkeit

Händigkeit

  • Als Grenzstein der Handpräferenz wird das Alter von 5 Jahren genannt (bei Kindern in diesem Alter, die keine eindeutige Präferenz der Schreibhand zeigen,  sollte eine genaue Befundung und Abklärung der Händigkeit durchgeführt werden, um Schwierigkeiten beim Schreibenlernen zu verhindern)
  • Kinder mit unsicherer Händigkeit erkennt man beispielsweise daran:
    • das Kind wechselt bei Tätigkeiten die Hände
    • es hat Schwierigkeiten, die Körpermittellinie zu kreuzen oder vermeidet dies sogar ganz
  • Eine Befundung der Händigkeit ist sehr wichtig und vielfältig und umfasst z.B.
    • gezielte Anamnese zur Händigkeit und Alltagsbeobachtungen
    • Befundung der Handpräferenz
    • Vergleich der Handleistung bei unterschiedlichen Aufgabenstellungen

 

Graphomotorik

  • Unter Graphomotorik werden alle Schreibbewegungen zusammengefasst- die Höchstleistung unserer feinmotorischen Fertigkeiten
  • Schwierigkeiten können hier z.B. sein:
    • Probleme bei der Auge-Hand-Koordination
    • eine "unreife" oder unergonomische Stifthaltung
  • Zur Befundung werden Alltagsbeobachtungen durchgeführt, sowie verschiedene Tests/Screenings wie FEW2 oder SPOT

 


Sensorische Integration

Was ist Sensorische Integration (=SI)?

"Sensorische Integration bedeutet das sinnvolle Ordnen von Sinneserregungen im Gehirn, so dass der Mensch sich und seine Umwelt genau wahrnimmt, zu Lernprozessen fähig ist und auf Umweltgegebenheiten angemessen reagieren kann.“ (Dr. Jean Ayres)

 

  • Sensorisch-integrative Funktionen können nicht direkt von außen beobachtet werden - das, was wir sehen können, sind Handlungen und im Speziellen Defizite im Verhalten
  • Lernen hängt davon ab, wie wir diese Reize aus unserer Umwelt aufnehmen, filtern und verarbeiten können (die Reize werden miteinander vernetzt, ausgewertet und "interpretiert" , sodass eine der Situation angepasste Handlung erfolgen kann)

Befundung und Behandlung

  • SI beinhaltet spezielle Methoden zur Befundung (z.B. den SIPT) und einen speziellen Behandlungsansatz
  • So ist es beispielsweise auch üblich, dass in der Therapie meist zwei Kinder gleichzeitig im Raum sind (natürlich jedes mit seiner eigenen Therapeutin) - so kann soziale Interaktion entstehen, man muss Rücksicht aufeinander nehmen und die Aufmerksamkeit auf die eigene Tätigkeit wird ständig auf die Probe gestellt (dies ist sehr wichtig, denn führen Sie sich vor Augen, wo und wann Ihr Kind in seinem Alter wirklich alleine ist. Denken Sie dabei an Kindergarten, Schule, Einkaufen, etc.) 

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, stellt die GSIÖ einen kostenlosen Flyer zum Downloaden  unter:

https://www.sensorische-integration.org zur Verfügung